Sunday, January 31, 2016

PRODUKTIVE MELANCHOLIE

Photo by Pamela Saunders on Unsplash


Wir Menschen neigen dazu, kummervolle Phasen zu durchleben, das gehört einfach zu uns. Im 5. Jahrhundert vor Christus wurde man dafür noch bestraft, denn man hatte Angst vor dem dunkeln Gemütszustand, der Melancholie, oder auch „schwarze Galle“, wie sie damals genannt wurde. Eine griesgrämige Person war mit einem Übermaß an schwarzer Galle, der unheimlichsten Gemütsverfassung ausgestattet und hat bis heute noch großen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Mittlerweile wurden vielfältige Medikamente zur Bekämpfung der Traurigkeit entwickelt und es scheint, als wäre das Ziel, die Welt von allem zu befreien, was nicht der Vorstellung kraftlosen Glücks entspricht. Dr. Judith Hansen, Psychotherapeutin spezialisiert auf den Gebieten psychische Angst, Depression und Zwänge beschäftigte sich im Laufe ihrer Karriere viel mit dem Thema Glücklich bzw. Unglücklich sein. „Ein Leben im Gleichmaß von Glück und Unglück zu leben ist nicht möglich. Warum sollten wir nur darauf bauen glücklich zu sein, wenn im Unglück oft so viel Positives steckt.“ erklärt Hansen. Warum streben wir Glücklich sein aber so sehr an? „Wir Menschen sind oft besessen davon, sorgenfrei zu leben und jeglichen Kummer auszuradieren, was aber gar nicht funktioniert. Stell dir vor du bist bei einer Hochzeit, einer Geburt, oder einem Begräbnis. Das sind Momente in denen sich Komödie und Tragödie vereinen. Du bist in diesem Augenblick melancholisch und begeistert, traurig und überglücklich zugleich. Es geht um diese Verbindungsmomente.“ erzählt die Verhaltenstherapeutin. Die Vereinigung von Furcht und Hoffnung, denn bei einem Begräbnis fühlt der Mensch tiefste Trauer weil er eine geliebte Person verloren hat, ist aber gleichzeitig voller Hoffnung sein eigenes Leben zu genießen und es mit Liebe zu füllen. Dr. Hansen sagt ihren Patienten oft, sie sollen ihre chronische Melancholie, ihre Depressionen und Ängste in einem positiven Licht sehen und einen Nutzen daraus ziehen. „Produktive Melancholie“ nennt sich das. Selbst Aristoteles schrieb in seiner Abhandlung „Problemata“ folgende Passage: „Wie kommt es, dass all diejenigen, die in der Philosophie, der Politik, der Dichtung oder in den bildenden Künsten Überragendes leisten, eindeutig Melancholiker sind?“ Somit könnte der Kummer ein Zeichen für intellektuelle Begabung sein. Die Dichterin Emily Dickinson war der Meinung Melancholie sei ein schöneres Haus mit mehr Fenstern und besseren Türen. Sie war der Meinung Melancholie könne zur Muße des Verstehens und der Kreativität werden und ein Ansporn sein, neue Wege einzuschlagen und die Wahrnehmung zu ändern. „Viele englische Dichter beschäftigten sich mit dem Thema Unglücklichsein, was manche dazu brachte in dieser Verfassung ihr Leben lang zu bleiben. Doch aus diesem Leiden entstanden großartige Texte, was wiederum beweist, wozu der Mensch fähig ist, wenn er seinen Gefühlen freien Lauf lässt,“ erläutert Dr. Hansen. „Wichtig zu wissen ist, dass man das Hin und Her zwischen Trauer und Freude erfährt, denn dann begreift man die geheime Harmonie zwischen allen Widersprüchen und versteht den gesamten Rhythmus des Kosmos. Menschen die ihr Leben in purer Melancholie leben und nie Freude erfahren werden es nicht weit bringen. Wenn man Melancholie erdulden kann, muss man auch ihr Gegenstück erdulden, die Freude.“ Unglück macht uns Menschen kreativ, und kreativ zu sein bedeutet Leben, also ist Traurigkeit dasselbe wie Leben. Der kreative Funke der sich im Dunkeln entzündet. 

MBFWB : LOOK DAY I



Good mooooorning!
I am so excited and still can't believe it, but my third semester at uni is finally over - eeek! Handed in all my papers and stuff on Friday afternoon and now I've got a few weeks to relax. It is always so weird when yet another semester is over and you're like "didn't I just started as a freshman?" haha. Anyways, I hope you all had a lovely weekend. The bf and I went to an incredibly cute wedding on Friday night and yesterday I was just tired and worked in the shop. So today is officially my first day of holidays and I'll be staying in my jammies all day long=) 


Todays look shows you what I wore on day two of Fashionweek Berlin. Since I was feeling sick the whole week I wanted to wear something comfy and grabbed this oversized pullover my mum made last year and paired it with some slacks and creepers. I would say the majority of Berliners don't wear heels at Fashionweek since it's comfier and easier if you're running around the whole day. Besides, they just love their sneakers way too much! Wednesday actually wasn't that busy for me. We had a presentation in the morning, then headead to Brandburger Gate to see Rebekka Ruetz and afterwards I met up with Carina at the Apple store. I've been to quite a few events there by now and must admit it is such a cool idea. The topics as well as the guests are really interesting and the atmosphere is so friendly. If you're ever in Berlin, make sure to check if there are any interesting events for you! xx






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