Wednesday, June 29, 2016

DER STIL DER FRIEDRICHSTÄDTER

Photo by Clem Onojeghuo on Unsplash


„Normcore“ war vor zwei Jahren DER Modetrend der Saison. Rundum den Checkpoint Charlie bis zum Jüdischen Museum sieht man Männer und Frauen in weißen hochgezogenen Socken mit Birkenstock Sandalen oder Sneaker die mehr Wanderstiefel als lässiger Sportschuh sind. Ein Architekt hat einmal den Stil der Leute der Friedrichstadt mit ihren Häusern verglichen, und tatsächlich ist dieses Viertel modisch eine Baustelle. Mit kurzen Hosen, ja sogar Capri-Hosen sieht man hier en masse, einem Polo-Shirt und dem in Berlin allseits beliebten Jutebeutel machen sie die Straßen unsicher. Im Gegensatz zu dem Vorreiter des Unisex-Modetrends, der sich durch durchschnittliche Kleidung von teuren Marken auszeichnet, tragen die Friedrichstädter Sneaker von Deichmann und T-Shirts mit Aufdrucken wie zum Beispiel „nice & dirty“. Apropos dirty, um ihrem Stil mehr Individualität zu verleihen, trägt man hier vor allem Caps und den 2000er Modehit schlechthin: das Bandana; am liebsten als Dreieck über den ganzen Kopf wie Wrestlinglegende Hulk Hogan, so als würde man gleich in den Ring steigen. Natürlich finden sich in der Friedrichstadt auch ein paar schwarze Schafe, die mit ihren komplett- schwarz Outfits, den bauchfreien Tops und hochgekrempelten Hosen bei den Bewohnern für Aufsehen erregen. Für die modebegeisterten Berliner die sonst in Neukölln und Friedrichshain abhängen ist der Anblick der Friedrichstädter ein Graus. Irgendwer muss aber die Trends von morgen setzten, und wer weiß wie lange es noch dauert, bis wir Deichmann Nike vorziehen und unsere Bierbäuche in Crop Tops nicht mehr so straff aussehen? Es ist allseits bekannt das die besten Trends von den seltsamsten Orten kommen. 

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